Zum Hauptmenü Zum Inhalt
Wolf
Foto: Anna Stöcher

WOLF!

Behauptungen werden zur Wahrheit. Die Wahrheit wird zur Behauptung. Glaub nicht immer, was du denkst.

Alter:
Kinder ab 8

Personen:
1 Person
1H

Dauer:
Abendfüllend

Uraufführung:
September 2019
Plaisiranstalt / theater praesent Innsbruck / Dschungel Wien

Raoul Biltgens Theaterstück WOLF! ist unter den 12 besten Theaterstücken beim Niederländisch-Deutschen Kinder- und Jugenddramatikerpreis 2020 gelandet und damit in den „Stückepool“ aufgenommen.

Einer ruft: Wolf!
War da ein Wolf? Oder war es nur eine Lüge?
Aber warum sollte jemand Wolf rufen, wenn da gar kein Wolf ist? Warum sollte er den anderen Angst machen, wenn alles in Ordnung ist? Was hätte er davon?
Und was ist, wenn niemand ihm glaubt, und da ist wirklich ein Wolf?
Auch wenn keiner ihn sieht.
Was ist wahr?

“Eine Lüge ist bereits dreimal um die Erde gelaufen, bevor sich die Wahrheit die Schuhe anzieht.”

Mark Twain

Manchmal sind Wahrheit und Lüge nicht so klar voneinander zu unterscheiden. Gibt es die Wahrheit? Gibt es eine Wahrheit? Oder mehrere? Und wer bestimmt, was wahr ist? Was kann man heutzutage noch glauben? Wem kann man heutzutage noch glauben?
Behauptungen werden zur Wahrheit. Die Wahrheit wird zur Behauptung.
Und wir schauen dumm aus der Wäsche.
Bestimmen wir selbst, was wahr ist und was nicht!

Aufführungsrechte: Thomas Sessler Verlag

“Eine Entdeckung und unbedingte Empfehlung. Für Kinder ab acht Jahren und natürlich alle anderen, die brillantes Theater mögen.“ 

Lisa Buchner in der RUNDSCHAU, 21./22. Juli 2021
zu Raoul Biltgens eigener Inszenierung für die Tiroler Volksschauspiele

„Fake News oder Fakten? Wahrheit oder Lüge? Ein ernstes Thema, fast allgegenwärtig – in politisch brisanten Zeiten aber auch im (multimedialen) Alltag. So witzig, spritzig und doch treffgenau wie in „Wolf!“, das zur Saisoneröffnung im Dschungel Wien Premiere hatte, wurden diese Fragen wohl noch nie thematisiert. 

Heinz Wagner, 20.9.2019, Kurier
zur Uraufführungsinszenierung durch Paola Aguilera

„Was ist wahr? Was ist gelogen? Was ist ein Schmäh? Der Text von Raoul Biltgen geht dieser Frage in einer raffinierten Struktur der Wendungen und Richtungsänderungen nach. (…) ist „Wolf!“ so erfrischend, weil es eben nicht moralisierend oder belehrend daherkommt, sondern in einer unterhaltsamen Show ein Thema anschneidet, dem man sich einfach widmen muss. Immer und immer wieder.“ 

Edith Perez, 20.9.2019, Tanz.at
zur Uraufführungsinszenierung durch Paola Aguilera

Auszug

Äsop singt vor sich hin: Der Schäfer sitzt allein im Gras und denkt sich einen Prank aus.Und der geht so:
Äsop schreit: Wolf. Wolf. Wolf. Da ist ein Wolf. Hilfe, ein Wolf frisst die Schafe.
Wäre vor ein paar Jahren nicht gegangen. Da gab’s keine Wölfe mehr. Da waren Wölfe nur die bösen Tiere aus dem Märchen.
Äsop schreit: Wolf. Wolf. Wolf. Kommt schnell.
Der große böse Wolf, der dem kleinen Mädchen mit der roten Kappe im Wald auflauert und dann die Oma frisst.
Äsop schreit: Wolf.
Oder der große böse Wolf pustet das Haus der drei kleinen Schweinchen um. Und frisst sie.
Äsop schreit: Wolf.
Oder …
Und da kommen sie gerannt, die Bauern, wie im Märchen, aufgebracht, mit Mistgabeln und Fackeln und Gewehren …
Wo? Wo ist er? Wir schlagen ihn tot.
Seit es hin und wieder wieder echte Wölfe in den Wäldern gibt, schieben die Bauern voll die Panik, wenn auch nur wer das Wort sagt.
Nein, sag es nicht.
Was?
Das Wort.
Welches Wort?
Das W-Wort.
Wolf?
Ah, ich habe doch gesagt, du sollst das nicht sagen.
Ihr müsst wissen, Bauern sind ganz besonders abergläubisch. Das ist, wenn man was glaubt, obwohl man weiß, dass es nicht sein kann. Die Bauern glauben, wenn man etwas sagt, wird es damit automatisch zur Wahrheit. Sagt man Wolf, kommt der Wolf.
Und?
Und was?
Wo ist er jetzt?
Wer?
Na er.
Der Wolf?
Ah, nicht. Ja. Wo? Wir schlagen das Biest tot.
Hihi, Prank, voll vera-t. Reingefallen. Whoo.
What?
Und hier ist die Kamera. Wollt ihr eure blöden Gesichter sehen? Da lachen sogar die Schafe, mäh, mäh, mäh.
Schafe lachen nicht. Die haben auch Angst. Nicht vorm Wolf, da ist kein Wolf, aber vor den Menschen. Ich mein, auch so ein Schafspelz brennt ja wie Zunder, da hoppelt so ein Schaf lieber mal um die nächste Ecke und tut so, als sei es ein armes, unschuldiges Wald- und Wiesenkaninchen, mümmel, mümmel, mümmel.
What? Du schreist hier rum, du elender, kleiner …
Was?
Tunichtgut.
Tunichtgut find ich gut. Klingt so alt, so wie ihr.
Da stapfen sie wieder von dannen. Beleidigt. Von dannen stapfen nur die Alten. Die Altvorderen. Von dannen stapfen die ehrwürdigen Bauern und begeben sich zu Bette, ihren gerechten Zorn hinunterschluckend.
Yay, voll geprankt.
Äsop singt vor sich hin: Der Schäfer sitzt allein im Gras und er haut sich weg vor Lachen. Lol.

Ach, übrigens ...

Raoul Biltgens Kurzkrimi „Und dann macht es Boum“ erschien 2016 in einer kroatischen Übersetzung von Željka Gorički in „Revija malih knjizevnosti: Benelux“ bei booksa 2016

Ach, übrigens ...

manchmal schreibt Raoul Biltgen auch in seiner Muttersprache Luxemburgisch. Unter anderem gibt es bisher vier Theaterstücke, von denen bisher drei in Luxemburg zur Uraufführung kamen.

Ach, übrigens ...

Raoul Biltgen hat nicht nur in jungen Jahren Ballett gelernt, er hat auch lange vor seiner eigentlichen Karriere als Schauspieler Tanztheater gemacht.

Ach, übrigens ...

Raoul Biltgens Theaterstücke „Nick“, „Lovemark Heidi“, „Parzival“ und „Top Kick“ gibt es in serbischer Übersetzung.

Ach, übrigens ...

Raoul Biltgen hat 22 bis 23 Tattoos. Ganz so genau weiß er es selbst nicht. Ist aber auch schwer zu wissen, da sich diese Zahl immer mal wieder ändert.

Ach, übrigens ...

Raoul Biltgen hat mit ein paar Freunden 2008 einen eigenen Theaterverein mit Sitz in Wien gegründet. Seither machen sie als Plaisiranstalt Theater für Kinder, Jugendliche und Erwachsene.

Ach, übrigens ...

Raoul Biltgen wurde in der Uraufführung seines Stückes „VLAD“ im TAG in Wien 2012 durch die Plaisiranstalt gleich zwei Mal getötet: einmal in der Rolle des Pfarrers, einmal als Elvis. Überlebt hat er als Vampirjäger Hagen van Helsing. Das Mädel hat er am Ende trotzdem nicht bekommen.

Ach, übrigens ...

Raoul Biltgen hat 2 Mal die Drama Slam gewonnen, 2 Mal wurde er Zweiter, 2 Mal wurde er Dritter. Und das bei 6 Teilnahmen.

Ach, übrigens ...

Es gibt bisher einen Text von Raoul Biltgen in spanischer Übersetzung: Den kurzen Monolog „Iván“, erschienen in „abril“ 2009. Die deutsche Fassung des Textes erschien 2007 in „einer spricht“ bei Op der Lay.

Ach, übrigens ...

die Uraufführungsproduktion von Raoul Biltgens Theaterstück „Parzival“ war für den Stella 2018 in der Kategorie „Herausragende Theaterproduktion für Kinder“ nominiert.

Ach, übrigens ...

Raoul Biltgens Theaterstück „Die Chance nach der Letzten“ gibt es auch in niedersorbischer und obersorbischer Übersetzung. Beide wurden 2012 am deutsch-sorbischen Volkstheater Bautzen gespielt.

Ach, übrigens ...

Raoul Biltgens Roman „perfekt morden“ gibt es bisher als einziges seiner Werke auch als (ungekürztes) Hörbuch.

Ach, übrigens ...

auch Musik macht Raoul Biltgen gern. Für einige seiner Theaterstücke hat er Lieder getextet und komponiert, ab und zu nimmt er auch selbst Lieder auf, um sie zu veröffentlichen. Manche davon wurden schon im Radio gespielt.

Ach, übrigens ...

seit Anfang 2021 ist Raoul Biltgen regelmäßiger Gast der Satiresendung „De gudden Toun“ auf Radio 100,7 in Luxemburg. Dort nutzt er die Gelegenheit, sich mit dem jeweiligen Thema musikalisch auseinanderzusetzen und kommt damit zu Air Play seiner Songs.

Ach, übrigens ...

Juliane Auerböck von kulturfokus.at schrieb über die Uraufführung von Raoul Biltgens Stück „Phalli“ durch die Plaisiranstalt am TAG in Wien: „… Eine Meisterleistung der Plaisiranstalt und doch eine der merkwürdigsten Performances, die ich in letzter Zeit gesehen habe.“

Ach, übrigens ...

Raoul Biltgens Liebes- und Sexkolumne „Adam spricht“ gibt es auch als Buch mit ganzen 69 Einblicken in das Liebes- und Sexleben der Männer.

Ach, übrigens ...

Raoul Biltgen ist der Preisträger des niederländisch-deutschen Kinder- und Jugenddramatikerpreises 2017. Weitere drei seiner Stücken landeten in anderen Jahren auf der Shortlist.

Ach, übrigens ...

Jean-Michel Treinen bezeichnete Raoul Biltgens erste Buchveröffentlichung „Manchmal spreche ich sie aus“ in der Zeitung „Letzebuerger Land“ zwar „nicht als Meister-, aber als hochanständiges Gesellenstück“. Das reicht für den Anfang einer Autorenlaufbahn.

Ach, übrigens ...

Raoul Biltgen ist ein später Meister. Mit 45 Jahren hat er an der Donau Universität Krems den Master of Science gemacht. Seither darf er seinem Namen drei Buchstaben anhängen. Da hat sich der Aufwand doch gelohnt.

Ach, übrigens ...

Raoul Biltgen stand schon mal unter Mordverdacht. Dieser ließ sich aber nur für recht kurze Zeit aufrechterhalten.

Ach, übrigens ...

Raoul Biltgen schrieb fast zehn Jahre lang eine wöchentliche Liebes- und Sex-Kolumne unter dem Motto „Adam spricht – über alles, was sich Frauen nicht zu fragen und Männer nicht zu sagen trauen“.

Ach, übrigens ...

Raoul Biltgen hat in einem Musikvideo der österreichischen folk noir Band Son of the Velvet Rat mitgespielt.

Ach, übrigens ...

wäre Corona nicht gewesen, wären in der Spielzeit 2019/2020 7 verschiedene Stücke von Raoul Biltgen in 9 verschiedenen Inszenierungen in 4 verschiedenen Ländern gespielt worden. Rekord verpasst.

Ach, übrigens ...

im Jahr 2013 erschienen ganze 7 Anthologien mit Beiträgen von Raoul Biltgen. Das ist ein Rekord.

Ach, übrigens ...

Raoul Biltgens erster erlernter Beruf war der des Schauspielers. Dann wurde er zusätzlich Schriftsteller. Seit einigen Jahren ist er auch noch Psychotherapeut, forensischer Therapeut und Sexualtherapeut.

Ach, übrigens ...

Raoul Biltgens Theaterstück „I will survive“ wurde als bisher einziges Theaterstück von Raoul Biltgen auch schon außerhalb Europas, nämlich in Shanghai und in Mexiko gespielt.

Ach, übrigens ...

Raoul Biltgen hat auch schon als Werbetexter gearbeitet, als Sekretär für eine internationale Beraterfirma und er hat auf einem Rolling Stones-Konzert Bier gezapft.

Ach, übrigens ...

2008 saß Raoul Biltgen in der Jury für den GLAUSER in der Kategorie „Roman“, 2020 und 2021 ist er in der Jury für die Wettbewerbe zeilen.lauf und schreib.art. Und 2022 wird es die GLAUSER-Jury in der Kategorie „Kurzkrimi“ sein (nachdem er den Preis 2021 selbst gewonnen hat)

Ach, übrigens ...

bisher ein einziges Mal hat Raoul Biltgen Regie geführt: Im Sommer 2021 hat er sein eigenes Theaterstück „Wolf!“ für die Tiroler Volksschauspiele mit Sophie Berger inszeniert.

Ach, übrigens ...

Raoul Biltgens Theaterstück „Der freie Fall“ war in der Auswahl der Eurodram 2018 und wurde in diesem Rahmen auf Griechisch übersetzt.